{"id":391,"date":"2021-03-02T13:55:05","date_gmt":"2021-03-02T13:55:05","guid":{"rendered":"http:\/\/l4e.nentwich.ch\/?p=391"},"modified":"2026-03-24T09:39:17","modified_gmt":"2026-03-24T09:39:17","slug":"das-dilemma-der-maenner-mit-der-frauenfoerderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/das-dilemma-der-maenner-mit-der-frauenfoerderung\/","title":{"rendered":"Das Dilemma der M\u00e4nner mit der Frauenf\u00f6rderung"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"391\" class=\"elementor elementor-391\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-b0d54d2 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"b0d54d2\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9f728c4 elementor-widget elementor-widget-spacer\" data-id=\"9f728c4\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"spacer.default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-spacer\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-spacer-inner\"><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6004ae3 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"6004ae3\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-032810d elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"032810d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t\t<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-default\">Das Dilemma der M\u00e4nner mit der Frauenf\u00f6rderung<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6b83211 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"6b83211\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-29fa9a1 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"29fa9a1\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<header class=\"content-wrapper\"><h6>Gabriele Schambach und Julia Nentwich<br \/>2. M\u00e4rz 2021<\/h6><p><br \/>Um den Anteil von Frauen in Kaderpositionen zu erh\u00f6hen, ist ein bew\u00e4hrtes Mittel, dass \u00e4ltere, rangh\u00f6here M\u00e4nner Frauen f\u00f6rdern. Das zeigt Wirkung und ist sinnvoll, aber es bestehen Ambivalenzen.<\/p><p>M\u00e4nnliche F\u00fchrungskr\u00e4fte in Schweizer Unternehmen engagieren sich in der F\u00f6rderung von Frauen. Das hat\u00a0<a href=\"https:\/\/opsy.unisg.ch\/-\/media\/dateien\/instituteundcenters\/opsy\/0-leaders-for-equality\/2020_12hsg_neu_leaders-for-equality_ergebnisse-online-umfrage-2020.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unsere Umfrage unter knapp 1.200 F\u00fchrungskr\u00e4ften<\/a>\u00a0ergeben.<\/p><p><strong>Frauen sind z\u00f6gerlicher<\/strong><br \/>Denn F\u00fchrungskr\u00e4fte erleben Frauen als eher zur\u00fcckhaltend, wenn es um F\u00fchrungspositionen geht. Zudem werden F\u00fchrungspositionen nach dem \u00c4hnlichkeitsprinzip besetzt: \u00abDas hei\u00dft, wenn man lauter M\u00e4nner oben hat, die laut sind und schreien, dann holen sie Leute nach, die auch laut sind und schreien\u00bb, so ein Manager. Diesen Mechanismus aufzubrechen ist das Ziel m\u00e4nnlicher F\u00fchrungskr\u00e4fte, wenn sie Frauen f\u00f6rdern.<\/p><p><strong>Frauen ermutigen<\/strong><br \/>Was ist daf\u00fcr notwendig? Ganz klar muss der eigene F\u00fchrungsauftrag ernster genommen werden, indem man auf Frauen direkt zugeht, Unterst\u00fctzung anbietet, sie \u00abein bisschen mehr abholt, Bed\u00fcrfnisse abkl\u00e4rt und dann vielleicht mehr bei der Hand nimmt\u00bb, wie ein Manager seine eigene Aufgabe formuliert. Zudem geht es auch darum, zu zeigen, dass sie in dieser \u2013 noch immer bestehenden \u2013 M\u00e4nnerwelt willkommen sind. F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen Frauen soweit begeistern k\u00f6nnen, dass sie selbstbewusst sagen: \u00abIch m\u00f6chte in drei oder zehn Jahren gerne einmal deinen Job haben\u00bb.<\/p><p><strong>Frauen besch\u00fctzen<\/strong><br \/>Aber heisst jemanden \u201ezu seinem Gl\u00fcck zwingen\u201c nicht auch, dass man bevormundet? Die Manager fragen sich, ob sie den Mitarbeiterinnen wirklich einen Gefallen tun. Besonders bei k\u00f6rperlich fragil wirkenden Frauen hat ein Manager \u201eAngst, dass diese Person kaputt geht\u00bb und fragt sich: \u00abWenn die allein im F\u00fchrungsteam ist von sechzig M\u00e4nnern&#8230;\u00fcberlebt die dann? Aber wenn man sie dann besch\u00fctzen will, ist das noch viel schlimmer!\u00bb Die m\u00e4nnliche F\u00fchrungskr\u00e4fte sehen hier sehr deutlich die Herausforderungen, die f\u00fcr Frauen bestehen (k\u00f6nnen). Gleichzeitig ist ihnen klar, dass der Wunsch, jemanden besch\u00fctzen zu wollen bedeutet, davon auszugehen, dass die Person schw\u00e4cher ist und sich selbst nicht behaupten kann.<\/p><p><strong>Tradierte Geschlechterbilder<\/strong><br \/>Ein vergleichbares Dilemma sehen die Kaderm\u00e4nner darin, dass durch Frauenf\u00f6rderung \u00a0implizit eine Festschreibung traditioneller Geschlechterbilder stattfindet: \u201eDas ist m\u00f6glicherweise der Alpha-Fehler. Weil es dann M\u00e4nner sind, die Frauen zur F\u00f6rderung ausw\u00e4hlen und festlegen, was F\u00f6rderung eigentlich bedeutet\u201c, ist ein Manager \u00fcberzeugt. Besonders Mentoring wird in diesem Zusammenhang kritisch betrachtet, denn dahinter steht nach Meinung eines Manns die Annahme: \u201eFrauen sind halt nicht so selbstbewusst, deshalb muss man ihnen Mentoren zur Seite stellen und dann wird das schon\u201c. Den m\u00e4nnlichen F\u00fchrungskr\u00e4ften sind also die Schwierigkeiten der bestehenden Verh\u00e4ltnisse und damit zusammenh\u00e4ngenden Rollenbildern bewusst \u2013 aber wie lassen sich diese ver\u00e4ndern?<\/p><p><strong>F\u00f6rderung auf Augenh\u00f6he<\/strong><br \/>Ein Manager schl\u00e4gt f\u00fcr eine F\u00f6rderung auf Augenh\u00f6he vor: \u00abM\u00e4nner f\u00f6rdern Frauen bislang, als w\u00e4ren sie ihre T\u00f6chter. Aber sie sollten sie f\u00f6rdern, als w\u00e4ren sie ihre Schwestern. Du musst Frauen als Peer anschauen und sie auch dorthin f\u00f6rdern\u00bb. Obwohl diese Sichtweise sehr einleuchtend und reizvoll klingt, sieht ein anderer darin gleichzeitig ein Problem: \u201eAufgrund des Idealbildes, bei dem wir jetzt durchmischte Geschlechter haben wollen, f\u00f6rdere ich jetzt meine Konkurrentin? Das ist doch unnat\u00fcrlich! Das finde ich eine \u00dcberforderung!\u201c\u00a0<\/p><p><strong>Dilemma aufl\u00f6sen<\/strong><br \/>Wie aber soll mit diesen Dilemmata umgegangen werden? Das Konzept des \u00abGender Inclusive Leadership\u00bb zeigt hier einen Weg: Frauen m\u00fcssen gef\u00f6rdert und unterst\u00fctzt werden, zugleich m\u00fcssen aber auch die Bef\u00fcrchtungen beachtet und bestehende Herausforderungen abgebaut werden. Wer Sorge hat, ein Umfeld k\u00f6nnte zu \u00abrau\u00bb f\u00fcr eine Frau sein, sollte sich \u00fcberlegen, ob der vorherrschende Umgangston nicht auch f\u00fcr manchen Mann unangenehm ist und vielleicht einfach ein alter Zopf, der abgeschafft geh\u00f6rt. Hier m\u00fcsste sich sicherlich der Umgang untereinander wie auch die Kultur ver\u00e4ndern, nicht aber die zu f\u00f6rdernden Frauen.<\/p><p>Gegen die Gefahr einer Bevormundung bietet sich an, Frauen und M\u00e4nner miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen. Tauschen sie sich \u00fcber verschiedene Wahrnehmungen und L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten aus k\u00f6nnen Massnahmen gefunden werden, die dann auch f\u00fcr beide Seiten passen. Eine Verst\u00e4ndigung \u00fcber die empfundenen Ambivalenzen, f\u00fchrt zu einer Kl\u00e4rung und Sicherheit im eigenen Handeln \u2013 auch wenn sich vermutlich nicht alles aufl\u00f6sen l\u00e4sst. Auf diese Weise lassen sich jedoch mehr m\u00e4nnliche F\u00fchrungskr\u00e4fte f\u00fcr eine Unterst\u00fctzung von Frauen motivieren und gewinnen.<\/p><p>Insgesamt bleibt zu beachten, dass es nicht darum gehen kann, Frauen an die gegebenen Umst\u00e4nde anzupassen. Durch Reflexion und den Austausch \u00fcber Ambivalenzen muss F\u00fchrungshandeln neu gestaltet werden. So kann sich auch die \u00a0Unternehmenskultur ver\u00e4ndern, so dass Chancengleichheit und Gleichstellung f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner realisiert werden kann. Denn schlussendlich profitieren beide, Frauen wie M\u00e4nner.\u00a0<\/p><p>Die vollst\u00e4ndige Studie finden Sie\u00a0hier.<br \/>\u00a0<br \/>Wir freuen uns, dass die Handelszeitung als unser Projektpartner diesen Artikel in in der Printausgabe am 25. und am 28. Februar 2021 in der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelszeitung.ch\/unternehmen\/was-manager-uber-die-gezielte-forderung-von-frauen-denken\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Online-Ausgabe<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p><\/header>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-f729fbb e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"f729fbb\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a8f9138 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"a8f9138\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Dilemma der M\u00e4nner mit der Frauenf\u00f6rderung Gabriele Schambach und Julia Nentwich2. M\u00e4rz 2021 Um den Anteil von Frauen in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"elementor_canvas","format":"standard","meta":{"pagelayer_contact_templates":[],"_pagelayer_content":"","site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"disabled","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[5,9],"tags":[],"class_list":["post-391","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blog","category-lesen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=391"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":394,"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391\/revisions\/394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=391"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=391"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=391"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}