{"id":403,"date":"2021-06-24T14:01:52","date_gmt":"2021-06-24T14:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/l4e.nentwich.ch\/?p=403"},"modified":"2026-03-24T09:39:05","modified_gmt":"2026-03-24T09:39:05","slug":"von-der-einfachheit-fair-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leaders4equality.ch\/en\/von-der-einfachheit-fair-zu-sein\/","title":{"rendered":"Von der Einfachheit fair zu sein"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"403\" class=\"elementor elementor-403\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-b0d54d2 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"b0d54d2\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9f728c4 elementor-widget elementor-widget-spacer\" data-id=\"9f728c4\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"spacer.default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-spacer\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-spacer-inner\"><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6004ae3 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"6004ae3\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-032810d elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"032810d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t\t<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-default\">Von der Einfachheit fair zu sein - und der Schwierigkeit, Fairness einzufordern<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6b83211 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"6b83211\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-29fa9a1 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"29fa9a1\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<header class=\"content-wrapper\"><div class=\"main-container load-hide position-relative z-index-1 font-size-regular-wrap\"><div class=\"animate fast animated fadeIn\" data-aos=\"fadeIn\"><div id=\"c35385\"><div class=\"content-wrapper\"><h6>Gabriele Schambach und Julia Nentwich<br \/>24. Juni 2021<\/h6><h5><br \/>Gleichstellung wird als ein Gebot der Fairness angesehen \u2013 aber wieso ist es so schwierig, diese einzufordern?<\/h5><p>M\u00e4nnliche F\u00fchrungskr\u00e4fte engagieren sich f\u00fcr Gleichstellung aus Gr\u00fcnden der Fairness. Mit 93 Prozent erf\u00e4hrt dieser Motivationsgrund mit die h\u00f6chste Zustimmung der rund 1.200 F\u00fchrungskr\u00e4fte, die sich an der Umfrage zum Gleichstellungsengagement m\u00e4nnlicher F\u00fchrungskr\u00e4fte der Universit\u00e4t St. Gallen beteiligt haben.<\/p><p>Dieses sehr erfreuliche Ergebnis zeigt, dass der momentane Status Quo in den Unternehmen als ungerecht empfunden wird. Das heisst, die anhaltende Unterrepr\u00e4sentanz von Frauen in F\u00fchrungspositionen wird anscheinend nicht l\u00e4nger als unhinterfragte Selbstverst\u00e4ndlichkeit in Unternehmen oder als Ergebnis mangelnden Karrierewillens von Frauen angesehen.<\/p><p>Der aus dem englischen stammende Begriff der Fairness bedeutet laut Duden eine akzeptierte Vorstellung von Gerechtigkeit, Angemessenheit sowie Anst\u00e4ndigkeit. Bezogen auf das Thema Gleichstellung liesse sich Fairness dann als gerechter, angemessener oder anst\u00e4ndiger Umgang gegen\u00fcber Frauen \u2013 und auch M\u00e4nnern! verstehen.<\/p><p>Die erw\u00e4hnte Umfrage zeigt, dass die meisten M\u00e4nner der Meinung sind, dass sie genau dies bereits tun: 62 Prozent gaben beispielsweise an, dass sie darauf achten, keine Bemerkungen zu machen, die (vielleicht auch unbeabsichtigt) Frauen abwerten oder nicht ernst nehmen. Weitere 34 Prozent k\u00f6nnen sich vorstellen, dies zu tun. Sich fair zu verhalten, scheint also selbstverst\u00e4ndlich und einfach umzusetzen zu sein.<\/p><p>Schwieriger wird es hingegen, wenn es darum geht, Fairness einzufordern, das heisst, zu intervenieren, wenn Frauen ungerecht, unangemessen oder unanst\u00e4ndig behandelt werden. Zwar stellen sich laut Selbstauskunft noch die H\u00e4lfte der m\u00e4nnlichen F\u00fchrungskr\u00e4fte hinter ihre Mitarbeiterinnen und Kolleginnen, wenn deren Kompetenzen u\u0308bergangen, missachtet oder in Frage gestellt werden. Aber nicht mal jeder zweite Mann spricht seine ma\u0308nnlichen Kollegen, Mitarbeiter und\/oder Vorgesetzte an, wenn sie Bemerkungen machen, die (vielleicht auch unbeabsichtigt) Frauen abwerten, sexistisch oder frauenfeindlich sind.<\/p><p>Dabei ist es genau dieses intervenierende Verhalten, das sich viele Frauen w\u00fcnschen! Denn die meisten kennen Situationen, besonders wenn sie in Runden mit mehrheitlich M\u00e4nnern sind: Ein zotiger Witz, eine Bemerkung \u00fcber die Kn\u00f6pfe an der Bluse, die Fragen, ob die Diskussion nicht zu technisch sei. Tausendfach in dieser oder \u00e4hnlicher Form erlebt, wollen oder k\u00f6nnen Frauen sich h\u00e4ufig nicht wehren \u2013 paradoxerweise aus Eigenschutz: Denn tun sie es doch, werden sie h\u00e4ufig als hysterisch, \u00fcberempfindlich oder humorlos bezeichnet. Jedenfalls werden ihre Bed\u00fcrfnisse nach fairer Behandlung nicht ber\u00fccksichtigt und sie laufen Gefahr, den Respekt und das Standing in der Gruppe als Fach- und F\u00fchrungskraft zu verlieren. Also l\u00e4cheln sie freundlich, halten den Mund und machen die Faust im Sack. Wenn sich aber niemand beschwert, m\u00fcssen M\u00e4nner ihr Verhalten nicht reflektieren und hinterfragen. Und so bleibt alles beim Alten!<\/p><p>Nun gibt es ja eine ganze Menge von M\u00e4nnern, die unfaires oder abwertendes Verhalten ebenfalls st\u00f6rt. Aber auch wenn sie selbst auf ihr Verhalten achten, intervenieren sie nicht in gleichem Masse. Warum nicht?<\/p><p>Hier kommt der so genannte Bystander- oder Zuschauer-Effekt zum Tragen. Den meisten ist dieser Effekt bei Unf\u00e4llen oder \u00dcberf\u00e4llen bekannt: Je mehr Menschen um das Opfer herum stehen, umso unwahrscheinlich ist es, dass jemand eingreift oder hilft. \u00dcbertragen auf die erw\u00e4hnte Meeting-Runde bedeutet das: Ein einzelner Mann, der ein frauenabwertendes Verhalten ablehnt, interveniert in einer solchen Situation nicht. Und zwar aus einem vergleichbaren Grund wie die betroffenen Frauen: Sie f\u00fcrchten als Weichei, Pantoffelheld oder Frauenversteher diskreditiert zu werden. Und weil sie nicht intervenieren, interpretieren sowohl die Frauen als auch die M\u00e4nner das Schweigen der Kollegen als Zustimmung. Und so bleibt erst recht alles beim Alten!<\/p><p>Um Fairness einzufordern braucht es etwas Wichtiges: Es m\u00fcssen \u00a0Verb\u00fcndete gefunden werden! Es ist einfacher, sich nach einem solchen Meeting in Zweiergespr\u00e4chen unter M\u00e4nnern \u00fcber die erlebte Situation auszutauschen, um herauszufinden, wer diese ebenfalls als unpassend erlebt hat. Gemeinsam kann dann ein Gespr\u00e4ch mit dem betreffenden Kollegen erfolgen, und dann m\u00f6glicherweise bei der n\u00e4chsten Sitzung gemeinsam interveniert werden. Hilfreich ist auch, im Unternehmen \u00abGeschlechterdialoge\u00bb zu initiieren. Bei diesen Anl\u00e4ssen tauschen sich Frauen und M\u00e4nner \u00fcber die von ihnen erlebten Beispiele von unfairen und abwertenden Situationen aus und teilen sich mit, was sie unter fairen und wertsch\u00e4tzendem Umgang miteinander genau verstehen. Dadurch wird (auch unbeabsichtigt) unangebrachtes Verhalten definiert und sichtbar. Und mit gemeinsam vereinbarten Ver\u00e4nderungen entsteht Fairness \u2013 die alle ganz einfach einfordern und f\u00fcr die es dann auch einfach wird, einstehen zu k\u00f6nnen.<\/p><p><i>\u00a0<\/i>Wir freuen uns, dass die Handelszeitung als unser Projektpartner diesen Artikel in in der\u00a0<a href=\"https:\/\/opsy.unisg.ch\/-\/media\/dateien\/instituteundcenters\/opsy\/0-leaders-for-equality\/202106l4e-artikel-hz-fairness-print-170621.pdf?la=de&amp;hash=F07EAA705A97EC855A4724397D3E682469AF8598\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Printausgabe<\/a>\u00a0am 17.06. und am 20.06.2021 in der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelszeitung.ch\/panorama\/fairness-bitte\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Online-Ausgabe<\/a> ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p><\/div><\/div><\/div><\/div><footer class=\"main-footer d-flex flex-column justify-content-between load-hide d-print-none font-size-regular-wrap\" data-rellax-speed=\"-5\"><div id=\"c25754\"><div class=\"tx-cs2-footer\"><div class=\"border-gray border-top py-40 py-md-9\"><div class=\"content-wrapper postition-relative\"><div class=\"row footer-grid\"><div class=\"col-md-4 r2c1\">\u00a0<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/footer><\/header>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-f729fbb e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"f729fbb\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a8f9138 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"a8f9138\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Einfachheit fair zu sein &#8211; und der Schwierigkeit, Fairness einzufordern Gabriele Schambach und Julia Nentwich24. 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